Probiotischer Joghurt: Arten, Wirkung und Herstellung zu Hause

Probiotischer Joghurt ist ein fermentiertes Milchprodukt mit lebenden Kulturen. Für gesunde Menschen ist er vor allem ein Lebensmittel, kein Medikament. Entscheidend sind Kultur, Frische, Zutatenliste und persönliche Verträglichkeit. Wer mehr Kontrolle über Geschmack, Säure, Textur und Zusätze möchte, kann Joghurt mit einer wiederverwendbaren Kultur auch zu Hause herstellen.
Was ist probiotischer Joghurt?
Probiotischer Joghurt ist Joghurt, der lebende Mikroorganismen enthält und meist ausdrücklich als Produkt mit lebenden Kulturen vermarktet wird. Häufig sind damit Joghurts gemeint, denen bestimmte Kulturen zugesetzt wurden oder die nach der Fermentation nicht hitzebehandelt wurden.
Joghurt entsteht, wenn Milch durch Milchsäurebakterien fermentiert wird. Dabei wird ein Teil des Milchzuckers zu Milchsäure umgewandelt; die Milch dickt ein, schmeckt säuerlicher und bekommt ihre typische Struktur. Fermentierte Milchprodukte werden wissenschaftlich untersucht, weil sie lebende Mikroorganismen und Fermentationsmetabolite enthalten können (Ağagündüz et al., 2025).
Der Begriff probiotisch sollte trotzdem nüchtern verstanden werden. Ein einzelner Becher sagt wenig über die tatsächliche Menge lebender Kulturen zum Zeitpunkt des Verzehrs aus. Diese hängt unter anderem von Kühlung, Rezeptur, Lagerdauer und Verarbeitung ab.
Was ist der Unterschied zwischen Joghurt und probiotischem Joghurt?
Normaler Joghurt wird mit Joghurtkulturen fermentiert; probiotischer Joghurt hebt zusätzlich lebende Kulturen oder zugesetzte Mikroorganismen hervor. Der Unterschied liegt also weniger im Grundprinzip der Fermentation, sondern in Auswahl, Menge und Auslobung der Kulturen.
| Variante | Was sie ausmacht | Vorteil | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|---|
| Naturjoghurt | Milch, Joghurtkulturen, Fermentation | kurze Zutatenliste, meist ohne zugesetzten Zucker | nicht jeder Naturjoghurt wird als probiotisch ausgelobt |
| Probiotischer Joghurt aus dem Handel | Joghurt oder Joghurtdrink mit hervorgehobenen lebenden Kulturen | praktisch, sofort verzehrfertig | Zucker, Aromen, Kühlkette und Frische prüfen |
| Selbst gemachter Joghurt | Milch plus wiederverwendbare Kultur | Kontrolle über Milch, Fermentationszeit, Säure und Zusätze | Temperatur und Hygiene müssen stimmen |
| Kefir | fermentierte Milch mit Bakterien und Hefen | komplexeres Fermentationsprofil als Joghurt | anderer Geschmack, meist flüssiger und leicht hefig |
Ein gekaufter probiotischer Joghurt ist bequem, aber stärker standardisiert. Ein selbst angesetzter Joghurt gibt Ihnen mehr Einfluss auf Milch, Temperatur, Fermentationsdauer und Reifegrad. Kefir ist wiederum kein Joghurt, sondern ein eigenes fermentiertes Milchgetränk mit einer deutlich komplexeren mikrobiellen Gemeinschaft, wie die Literatur zu Kefirknollen und Milchkefir beschreibt (Bourrie et al., 2016; Prado et al., 2015).
Wie erkennen Sie guten probiotischen Joghurt mit lebenden Kulturen?
Ein guter probiotischer Joghurt hat eine kurze Zutatenliste, enthält lebende Kulturen und kommt ohne unnötig viel Zucker aus. Bio-Qualität, ein Testsieger-Label oder eine auffällige Verpackung sagen allein noch nicht, ob der Joghurt für Ihren Alltag die beste Wahl ist.
- Achten Sie zuerst auf eine kurze Zutatenliste und bevorzugen Sie schlichte Naturvarianten.
- Prüfen Sie, ob lebende Kulturen klar angegeben werden und das Produkt durchgehend gekühlt wurde.
- Vergleichen Sie den Zuckeranteil, besonders bei Trinkjoghurts, Fruchtzubereitungen und aromatisierten Produkten.
- Kaufen Sie Joghurt möglichst frisch und nicht wochenlang auf Vorrat.
- Verstehen Sie Bio-Qualität als Hinweis auf Herkunft und Produktionsweise, nicht automatisch als Nachweis für besonders viele lebende Kulturen.
Beim Kaufen lohnt sich zuerst der Blick auf die Zutaten. Naturvarianten sind oft sinnvoller als kleine Trinkfläschchen mit Fruchtzubereitung, Aroma oder starkem Zuckerzusatz. Ein Joghurt kann sensorisch angenehm schmecken und trotzdem eher ein Dessert als ein schlichtes fermentiertes Lebensmittel sein.
Auch Frische spielt eine Rolle. Lebende Kulturen reagieren empfindlich auf lange Lagerung, Wärme und ungünstige Verarbeitung. Joghurt sollte deshalb nicht wochenlang auf Vorrat gekauft werden, sondern möglichst frisch und durchgehend gekühlt verzehrt werden.
Bei probiotischem Bio-Joghurt gilt: Bio beschreibt vor allem Herkunft und Produktionsweise der Zutaten, nicht automatisch die Menge lebender Kulturen. Bei laktosefreiem probiotischem Joghurt sollten Sie sich ebenfalls nicht auf die Fermentation allein verlassen, sondern gezielt ein als laktosefrei gekennzeichnetes Produkt wählen.
Was bedeutet probiotischer Joghurt bei Aldi, Lidl, EDEKA, REWE, Netto oder Kaufland?
Probiotischer Joghurt bei Aldi, Lidl, EDEKA, REWE, Netto oder Kaufland kann je nach Marke sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein. Der Einkaufsort ist weniger wichtig als Zutatenliste, Zuckeranteil, Kühlung, Frische und die Frage, ob lebende Kulturen klar angegeben werden.
Ein probiotischer Joghurt Testsieger kann ein guter Hinweis auf sensorische Qualität oder saubere Zusammensetzung sein. Er ersetzt aber nicht den eigenen Blick auf das Produkt. Besonders bei Joghurtdrinks lohnt sich die Kontrolle des Zuckergehalts, weil manche Produkte deutlich süßer sind als klassischer Naturjoghurt.
Wer probiotischen Joghurt kaufen möchte, fährt im Alltag meist gut mit einer schlichten Naturvariante: möglichst frisch, ohne unnötige Aromen, ohne starken Zuckerzusatz und mit klarer Kennzeichnung lebender Kulturen. Wer regelmäßig Joghurt isst, kann zusätzlich überlegen, ob selbst hergestellter Joghurt langfristig besser passt.
Ist probiotischer Joghurt gut für den Darm?
Probiotischer Joghurt kann Teil einer darmfreundlichen Ernährung sein, ist aber kein Garant für eine bestimmte Wirkung. Entscheidend sind das konkrete Produkt, die Ernährung insgesamt, die persönliche Verträglichkeit und die Ausgangssituation des einzelnen Menschen.
Die Forschung zu fermentierten Lebensmitteln ist interessant, aber nicht jedes Ergebnis lässt sich direkt auf jeden Joghurt aus dem Kühlregal übertragen. Übersichtsarbeiten betonen mögliche ernährungsphysiologische Vorteile, aber auch die Notwendigkeit, Produkt, Zielgruppe und Sicherheit differenziert zu betrachten (Todorovic et al., 2024). Für fermentierte Milchprodukte wird außerdem beschrieben, dass Zusammensetzung und Fermentationsmetabolite je nach Produkt variieren (Ağagündüz et al., 2025).
Für den Alltag heißt das: Ein ungesüßter Joghurt mit lebenden Kulturen passt gut zu einer abwechslungsreichen Ernährung mit Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen und ausreichend Flüssigkeit. Wer Beschwerden hat, Medikamente einnimmt oder eine konkrete Diagnose abklären möchte, sollte Joghurt nicht als Behandlung verstehen.
Warum reagieren Menschen unterschiedlich auf probiotischen Joghurt?
Menschen reagieren unterschiedlich, weil Ernährung, Gewohnheiten, Darmmikrobiom und Verträglichkeit individuell sind. Dass ein bestimmter Joghurt einer Person gut bekommt, bedeutet nicht automatisch, dass eine andere Person denselben Effekt bemerkt.
Auch die Produktunterschiede sind groß. Ein milder Naturjoghurt, ein stark gesüßter Joghurtdrink, ein selbst angesetzter Filmjölk und ein säuerlicher bulgarischer Joghurt sind ernährungspraktisch nicht dasselbe. Fettgehalt, Säuregrad, Zuckermenge, Fermentationsdauer und Reife beeinflussen Geschmack und Verträglichkeit.
Wenn Sie Joghurt neu in Ihre Ernährung aufnehmen, beginnen Sie am besten schlicht: naturbelassen, ohne Fruchtzubereitung, ohne Süßstoffe, nicht zu sauer und in einer Menge, die Sie gut vertragen. Bei anhaltenden Verdauungsbeschwerden ist nicht die Joghurtauswahl entscheidend, sondern eine medizinische Abklärung.
Soll man jeden Tag probiotischen Joghurt essen?
Man muss nicht jeden Tag probiotischen Joghurt essen. Wenn Sie ihn gut vertragen, kann er aber regelmäßig Bestandteil Ihrer Ernährung sein, ähnlich wie andere fermentierte Lebensmittel.
Wichtiger als täglicher Konsum ist die Qualität. Ein ungesüßter Naturjoghurt oder ein selbst hergestellter Joghurt mit lebenden Kulturen ist im Alltag meist sinnvoller als ein sehr süßer Joghurtdrink. Mehr ist außerdem nicht automatisch besser: Joghurt bleibt ein Lebensmittel und sollte zur gesamten Ernährung passen.
Wann ist Joghurt kein Ersatz für medizinische Probiotika?

Joghurt ersetzt keine ärztlich empfohlenen Probiotika, Präparate oder Therapien. Bei Beschwerden, chronischen Erkrankungen, nach Antibiotika oder bei speziellen Fragestellungen sollte die Auswahl nicht nach Kühlregal, Geschmack oder Werbung erfolgen.
Ein Lebensmittel ist anders aufgebaut als ein medizinisch eingesetztes Präparat. Bei Präparaten werden bestimmte Mikroorganismen, Anwendung und Zielgruppe gezielt ausgewählt; bei Joghurt steht dagegen die Ernährung im Vordergrund. Deshalb ist es nicht sinnvoll, einen beliebigen probiotischen Joghurt als Ersatz für eine ärztliche Empfehlung zu verwenden.
Das bedeutet nicht, dass Joghurt wertlos ist. Er kann ein gutes, schlichtes Lebensmittel sein. Die Grenze liegt dort, wo aus einem Lebensmittel eine Behandlung werden soll. In diesem Fall entscheidet nicht die Verpackung, sondern medizinische Beratung.
Probiotischen Joghurt kaufen oder selbst herstellen?
Kaufen ist praktisch, selbst herstellen gibt mehr Kontrolle. Wenn Sie probiotischen Joghurt kaufen, achten Sie auf Frische, lebende Kulturen, wenig Zucker und eine kurze Zutatenliste; wenn Sie ihn selbst herstellen, bestimmen Sie Milch, Säure, Textur und Reifegrad.
Fertigprodukte sind sinnvoll, wenn Sie gelegentlich Joghurt essen und keine Kultur pflegen möchten. Sie sind sofort verfügbar, standardisiert und unkompliziert. Der Nachteil: Sie kaufen jedes Mal ein fertiges Produkt, oft mit Verpackung und mit einer Rezeptur, die Sie nicht verändern können.
Beim Selbermachen arbeiten Sie mit einer Kultur, die Sie über viele Ansätze weiterführen können. Sie entscheiden, ob der Joghurt mild oder kräftiger, eher flüssig oder fester, pur oder später mit Früchten sein soll. Zusätze gehören erst in den fertigen Joghurt; die Stammkultur sollte sauber und ungesüßt bleiben.
Wie lässt sich probiotischer Joghurt selbst herstellen?
Probiotischen Joghurt selbst herzustellen bedeutet: Milch mit einer geeigneten Kultur fermentieren, die richtige Temperatur halten und einen Teil des fertigen Joghurts für den nächsten Ansatz zurückbehalten. Der wichtigste Unterschied liegt zwischen thermophilen und mesophilen Kulturen.
| Kulturtyp | Temperatur | Zeitrahmen | Ausstattung | Typisches Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| Thermophil | ca. 43 °C | erste Aktivierung meist 10–24 h, spätere Ansätze oft 6–15 h | Joghurtbereiter, Ofen mit Fermentationsfunktion oder andere konstante Wärmequelle | fester, klassischer, deutlich säuerlicher Joghurt |
| Mesophil | 25–30 °C | meist 12–24 h, erste Aktivierung kann länger dauern | keine Joghurtmaschine nötig, nur ein warmer Ort | mild bis säuerlich, je nach Kultur auch leicht elastisch oder cremig |
| Griechischer Stil | ca. 43 °C plus Abtropfen | Fermentation wie thermophiler Joghurt, danach 2–3 h abtropfen | zusätzlich Sieb, Filter oder Tuch | besonders cremig und kompakt |
| Mildere Alltagsjoghurts | 25–30 °C | 12–24 h | warmer Raum, sauberes Gefäß | angenehm mild, gut für regelmäßige Ansätze |
- Wählen Sie Milch und eine geeignete Joghurtkultur aus, passend zu thermophiler oder mesophiler Fermentation.
- Halten Sie die passende Temperatur möglichst konstant, damit die Kultur zuverlässig arbeiten kann.
- Lassen Sie den Ansatz fermentieren, bis die Milch sichtbar eingedickt ist und frisch-säuerlich riecht.
- Reservieren Sie einen sauberen, ungesüßten Teil des fertigen Joghurts als Starter für den nächsten Ansatz.
Nach dem Fermentieren wird ein sauberer, ungesüßter Teil als Starter für den nächsten Ansatz reserviert. Damit die Kultur kräftig bleibt, sollte regelmäßig ein neuer Joghurt angesetzt werden.
Welche Joghurtkultur passt zu Ihrem Alltag?
Die passende Kultur hängt davon ab, ob Sie mit Wärme arbeiten möchten, wie mild oder säuerlich Sie Joghurt mögen und welche Textur Sie bevorzugen. Kefiralia unterscheidet zwischen thermophilen Kulturen für warme Fermentation und mesophilen Kulturen für Zimmertemperatur im warmen Bereich.
Der bulgarische Joghurt passt zu Menschen, die einen klassischen, säuerlichen und eher festen Joghurt mögen und eine konstante Wärmequelle nutzen können. Der griechische Joghurt folgt einem ähnlichen Prinzip, wird aber nach der Fermentation abgetropft, damit er cremiger und dichter wird.
Filmjölk ist eine gute Wahl, wenn Sie einen milderen Joghurt ohne Joghurtmaschine herstellen möchten. Matsoni ist säuerlicher und erinnert stärker an traditionelle Joghurts aus dem Kaukasus. Viili ist ebenfalls mesophil, hat eine mittlere Säure und eine besondere Textur mit leichtem Hefetouch.
- Bulgarischer Joghurt eignet sich für klassischen, säuerlichen und eher festen Joghurt mit konstanter Wärmequelle.
- Griechischer Joghurt passt, wenn nach der Fermentation eine besonders cremige und dichte Textur gewünscht ist.
- Filmjölk ist sinnvoll, wenn ein milderer Joghurt ohne Joghurtmaschine entstehen soll.
- Matsoni ist säuerlicher und erinnert stärker an traditionelle Joghurts aus dem Kaukasus.
- Viili ist mesophil, hat eine mittlere Säure und eine besondere Textur mit leichtem Hefetouch.
Alle diese Kulturen sind für wiederholte Ansätze gedacht. Das unterscheidet sie von einem einmal gekauften Becher aus dem Handel: Sie pflegen eine Stammkultur und stellen daraus immer wieder frischen Joghurt her.
Welche Rolle spielt Kefir, wenn Sie probiotischen Joghurt suchen?
Kefir ist keine Joghurtart, sondern ein eigenes fermentiertes Milchprodukt. Er ist interessant, wenn Sie nicht nur klassischen Joghurt, sondern ein komplexeres Ferment mit Bakterien und Hefen kennenlernen möchten.
Traditioneller Milchkefir entsteht mit Kefirknollen, also einer lebenden Gemeinschaft aus verschiedenen Mikroorganismen. Die Literatur beschreibt Kefir als mikrobiell komplexer als klassischen Joghurt und untersucht seine Fermentationsprodukte sowie mögliche ernährungsphysiologische Eigenschaften (Bourrie et al., 2016; Prado et al., 2015). Übersichten zu klinischen Studien zeigen zugleich, dass gesundheitliche Effekte differenziert betrachtet werden müssen und nicht pauschal auf jede Person oder jedes Produkt übertragbar sind (Fijan et al., 2026).
Praktisch bedeutet das: Wenn Sie einen löffelfesten, milden Joghurt möchten, wählen Sie eine Joghurtkultur. Wenn Sie ein säuerliches, eher trinkbares Ferment mit größerer mikrobieller Vielfalt suchen, kann Milchkefir die spannendere Alternative sein. Kefiralia bietet für beide Wege traditionelle Kulturen an.
Welche Fehler sollten Sie beim Ansetzen vermeiden?
Die häufigsten Fehler sind falsche Temperatur, unsaubere Utensilien, zu lange Fermentation und eine verunreinigte Stammkultur. Joghurt ist einfach herzustellen, reagiert aber empfindlich auf ungenaue Wärmeführung und falsche Pflege.
- Thermophile Kulturen dürfen nicht deutlich zu kühl stehen, sonst dauert die Fermentation länger oder der Joghurt wird nicht fest.
- Zu hohe Temperaturen können die Kultur schwächen und den nächsten Ansatz beeinträchtigen.
- Mesophile Kulturen benötigen keinen Joghurtbereiter, aber einen warmen Ort im Bereich von 25–30 °C.
- Früchte, Honig, Zucker, Gewürze oder Verdickungsmittel gehören nicht in den Teil, der als Stammkultur aufgehoben wird.
- Glas, saubere Löffel und nicht reaktive Materialien sind für eine stabile Kulturpflege sinnvoll.
Thermophile Kulturen brauchen ausreichend konstante Wärme. Ist es deutlich zu kühl, dauert die Fermentation länger oder der Joghurt wird nicht fest; ist es zu heiß, kann die Kultur geschwächt werden. Mesophile Kulturen benötigen keinen Joghurtbereiter, aber einen warmen Ort im Bereich von 25–30 °C.
Die Stammkultur sollte immer pur bleiben. Früchte, Honig, Zucker, Gewürze oder Verdickungsmittel können in den fertigen Joghurt, aber nicht in den Teil, den Sie für den nächsten Ansatz aufheben. Verwenden Sie möglichst Glas, saubere Löffel und vermeiden Sie reaktive Metalle wie Aluminium.
Für wen ist besondere Vorsicht sinnvoll?
Vorsicht ist sinnvoll bei Erkrankungen, spezieller Ernährung, Schwangerschaft, Stillzeit, Allergien, Unverträglichkeiten oder geschwächtem Immunsystem. In solchen Fällen sollte probiotischer Joghurt nicht eigenständig als gesundheitliche Maßnahme eingesetzt werden.
Bei Laktoseintoleranz ist wichtig: Fermentation baut einen Teil des Milchzuckers ab, macht Joghurt aber nicht automatisch laktosefrei. Wer laktosefreie Produkte benötigt, sollte ausdrücklich gekennzeichnete Produkte wählen oder ärztlich klären, was verträglich ist. Bei Milcheiweißallergie ist laktosefrei keine Lösung, weil das Problem nicht der Milchzucker ist.
Wie können Sie probiotischen Joghurt mit Kefiralia ausprobieren?
Mit Kefiralia können Sie probiotischen Joghurt als frisches, wiederholbares Fermentationsprojekt zu Hause verstehen: Sie wählen eine Kultur, setzen Milch an, lassen sie fermentieren und behalten einen Teil für den nächsten Ansatz zurück. So entsteht Joghurt nicht als Einwegprodukt, sondern als gepflegte Stammkultur.
Für klassische, festere Joghurts eignen sich thermophile Kulturen wie bulgarischer oder griechischer Joghurt. Für einen unkomplizierten Ansatz ohne Joghurtmaschine passen mesophile Kulturen wie Filmjölk, Matsoni oder Viili besser. Jede Kultur bringt ein anderes Verhältnis aus Säure, Textur und Alltagstauglichkeit mit.
Der ehrliche Vorteil liegt nicht in einem großen Heilversprechen, sondern in Kontrolle: Sie bestimmen die Milch, vermeiden unnötige Zusätze, passen die Fermentation an Ihren Geschmack an und stellen den Joghurt frisch her. Wenn Sie zusätzlich neugierig auf komplexere Fermente sind, ist Milchkefir eine eigene, lebendige Alternative zum Joghurt.
Häufige Fragen
Welche Probiotika helfen bei Asthma?
Für Asthma lässt sich keine allgemeine Empfehlung ableiten, welcher probiotische Joghurt oder welches Probiotikum hilft. Asthma gehört in ärztliche Behandlung; Joghurt ersetzt keine verordnete Therapie und keine Medikamente. Wenn ärztlich ein Probiotikum empfohlen wird, sollte die Auswahl zur persönlichen Situation passen und nicht allein nach Supermarktprodukt, Marke oder Werbung erfolgen.
Welcher Joghurt ist am besten für den Darm?
Für den Alltag ist meist ein ungesüßter Naturjoghurt mit lebenden Kulturen und kurzer Zutatenliste die sinnvollste Wahl. Noch mehr Kontrolle bietet selbst hergestellter Joghurt, weil Sie Milch, Fermentationszeit und Zusätze selbst bestimmen. Es gibt aber keinen universell besten Joghurt für jeden Darm; Verträglichkeit, Ernährung insgesamt und Produktqualität zählen zusammen (Todorovic et al., 2024; Ağagündüz et al., 2025).
Soll man jeden Tag probiotischen Joghurt essen?
Wenn Sie Joghurt gut vertragen, kann er regelmäßig Teil Ihrer Ernährung sein. Eine Pflicht zum täglichen Verzehr gibt es nicht, und mehr Joghurt bedeutet nicht automatisch einen besseren Effekt. Achten Sie besonders auf zugesetzten Zucker, Portionsgröße und Abwechslung. Bei Erkrankungen, spezieller Diät, Schwangerschaft oder Stillzeit sollten Sie regelmäßigen Verzehr vorher medizinisch abklären.
Was ist der Unterschied zwischen Joghurt und probiotischem Joghurt?
Joghurt entsteht durch Fermentation von Milch mit Joghurtkulturen. Probiotischer Joghurt wird zusätzlich als Produkt mit lebenden Kulturen oder zugesetzten Mikroorganismen hervorgehoben. Der Unterschied liegt also nicht darin, dass nur probiotischer Joghurt fermentiert wäre, sondern in der ausgelobten Kultur, der Menge lebender Mikroorganismen und der Produktgestaltung. Die Zutatenliste bleibt entscheidend.
Ist probiotischer Joghurt laktosefrei?
Nein, nicht automatisch. Bei der Fermentation wird ein Teil des Milchzuckers zu Milchsäure umgewandelt, aber Joghurt bleibt ohne besondere Kennzeichnung nicht laktosefrei. Wer Laktose meiden muss, sollte gezielt laktosefrei deklarierte Produkte wählen. Bei starker Intoleranz, Milcheiweißallergie oder unklaren Beschwerden ist ärztliche Beratung sinnvoller als eigenes Ausprobieren.
Ist Bio-Joghurt automatisch probiotisch?
Bio-Joghurt ist nicht automatisch probiotisch. Bio beschreibt vor allem die Herkunft und Erzeugung der Zutaten; es sagt nicht allein aus, welche lebenden Kulturen enthalten sind oder wie viele davon beim Verzehr noch aktiv sind. Wenn Sie probiotischen Bio-Joghurt suchen, achten Sie zusätzlich auf Hinweise zu lebenden Kulturen, kurze Zutatenlisten, wenig Zucker und frische Kühlung.
Wie lange dauert selbst gemachter probiotischer Joghurt?
Das hängt vom Kulturtyp ab. Thermophile Joghurts fermentieren bei etwa 43 °C; die erste Aktivierung dauert meist länger, spätere Ansätze sind oft schneller fertig. Mesophile Kulturen arbeiten bei 25–30 °C und benötigen normalerweise 12–24 Stunden. Fertig ist der Joghurt, wenn die Milch sichtbar eingedickt ist und frisch-säuerlich riecht.
