Was sind Joghurtkulturen?

Joghurtkulturen sind lebende Milchsäurebakterien, die Milch durch Fermentation in Joghurt verwandeln. Sie bauen einen Teil des Milchzuckers ab, bilden Milchsäure, senken den pH-Wert und lassen das Milcheiweiß gerinnen. Dadurch entstehen die typische Säure, die cremige Textur und der frische Geschmack von Joghurt.
Im Alltag werden Joghurtkultur, Joghurtferment und Starterkultur oft ähnlich verwendet. Gemeint ist immer ein mikrobieller Starter, der die Fermentation zuverlässig in Gang setzt. Der Unterschied liegt vor allem in der Form: gefriergetrocknetes Ferment, frischer Starter oder ein kleiner Anteil fertiger Naturjoghurt aus einer vorherigen Charge.
Was sind Joghurtkulturen genau?
Joghurtkulturen sind ausgewählte Mikroorganismen, die unter passenden Bedingungen aus Milch ein fermentiertes Lebensmittel machen. Ohne solche Kulturen würde Milch nicht zuverlässig zu Joghurt werden, sondern je nach Umgebung unkontrolliert sauer werden oder verderben.
Eine Kultur ist kein einzelner Wirkstoff, sondern eine gezielte Gemeinschaft von Bakterien. Diese Bakterien nutzen Zuckerbestandteile der Milch als Nahrung und erzeugen vor allem Milchsäure. Genau diese Milchsäure verändert Geschmack, Geruch, Textur und Haltbarkeit.
Wenn Joghurtkulturen als Ferment verkauft werden, liegen sie häufig getrocknet oder gefriergetrocknet vor. Wird ein Teil eines fertigen Joghurts für die nächste Herstellung verwendet, dient dieser Joghurt selbst als Starter. Dafür sollte er frisch, naturbelassen und ohne Zucker, Früchte oder Aromen sein.
Sind Joghurtkulturen und Joghurtferment dasselbe?
Ja, im praktischen Sprachgebrauch meinen beide Begriffe fast dasselbe. Joghurtferment bezeichnet meist die verkaufsfertige Form der Kultur, häufig als Pulver. Joghurtkulturen beschreibt stärker die enthaltenen lebenden Mikroorganismen.
Für die Herstellung ist wichtiger, ob die Kultur aktiv, richtig gelagert und für Ihre gewünschte Fermentation geeignet ist. Ein Ferment kann einmalig oder weiterführbar sein. Bei weiterführbaren Kulturen wird nach der ersten Aktivierung ein naturbelassener Teil des fertigen Joghurts für die nächste Charge zurückbehalten.
Ein Löffel Supermarkt-Naturjoghurt kann ebenfalls als Starter funktionieren, wenn lebende Kulturen enthalten sind. Das Ergebnis ist aber weniger planbar als mit einer definierten Starterkultur, weil Zusammensetzung, Aktivität und Frische des Joghurts variieren können.
Woher kommt das Wort Joghurt?
Das Wort Joghurt geht auf das türkische Wort yoğurt zurück und verweist auf eingedickte, fermentierte Milch. Im Deutschen ist meistens der Joghurt üblich; in Österreich und der Schweiz hört man auch das Joghurt.
Die heute geläufige Schreibweise ist Joghurt. Inhaltlich beschreibt der Begriff ein Milchprodukt, das mithilfe von Milchsäurebakterien fermentiert wurde. Das ist wichtig, weil nicht jede dick gewordene Milch automatisch Joghurt ist.
Wer über Joghurtkulturen spricht, spricht also über den eigentlichen Motor hinter dem Lebensmittel: nicht über Aromen, Zucker oder Verdickungsmittel, sondern über lebende Kulturen, die die Umwandlung der Milch bewirken.
Wie begann die Geschichte des Joghurts?
Joghurt entstand lange vor der modernen Mikrobiologie. Menschen bemerkten, dass Milch unter warmen Bedingungen sauer wurde, eindickte und sich anders verhielt als frische Milch. Aus dieser Beobachtung entwickelte sich allmählich eine kontrollierte Fermentation.
Historisch wird Joghurt häufig mit Zentralasien, dem Balkan, der Türkei und Griechenland verbunden. In Hirten- und Nomadenkulturen war fermentierte Milch praktisch: Sie hatte einen eigenständigen Geschmack, konnte aus verschiedenen Tiermilchen hergestellt werden und ließ sich im Alltag besser handhaben als frische Milch.
Erst im 19. und 20. Jahrhundert wurden die verantwortlichen Mikroorganismen wissenschaftlich untersucht. Aus traditioneller Erfahrung wurde Lebensmitteltechnologie: Kulturen wurden isoliert, ausgewählt und später als Starter nutzbar gemacht. Dadurch lässt sich Joghurt heute zu Hause deutlich zuverlässiger herstellen als durch spontane Säuerung.
Wie funktioniert die Herstellung mit Joghurtkulturen?
Joghurt entsteht, wenn Milch mit einer aktiven Kultur vermischt und bei passender Temperatur fermentiert wird. Die Bakterien bilden Milchsäure; dadurch wird die Milch saurer, das Milcheiweiß gerinnt und die typische Joghurttextur entsteht.
Bei klassischen thermophilen Joghurtkulturen ist gleichmäßige Wärme entscheidend. Kefiralia arbeitet bei seinen thermophilen Joghurtkulturen mit etwa 43 °C. Dafür eignen sich ein Joghurtbereiter, ein geeigneter Ofenmodus oder eine andere stabile Wärmequelle.
Mesophile Kulturen arbeiten bei milderer Umgebungstemperatur. Bei Kefiralia liegt der Zielbereich für Filmjölk, Matsoni und Viili bei etwa 25–30 °C. Wird es zu kalt, dauert die Fermentation deutlich länger oder bleibt schwach. Wird es zu heiß, kann die Kultur Schaden nehmen.
Auch die Milch beeinflusst das Ergebnis. Pasteurisierte oder H-Milch ist für die meisten Starter einfacher kontrollierbar als Rohmilch, weil sie weniger fremde Mikroorganismen enthält. Vollmilch ergibt meist eine rundere Textur; fettärmere Milch kann dünnflüssiger werden.
Was passiert bei der Fermentation?
Bei der Fermentation wandeln Milchsäurebakterien Zuckerbestandteile in Milchsäure um. In tierischer Milch betrifft das vor allem Laktose. Die entstehende Säure senkt den pH-Wert und verändert die Struktur der Milcheiweiße.
Die Milch wird dadurch dicker, aromatischer und säuerlicher. Gleichzeitig entsteht ein Lebensmittel, dessen Eigenschaften stark von Kultur, Temperatur, Milch und Fermentationsdauer abhängen. Ein kurzer Ansatz schmeckt meist milder, ein längerer Ansatz stärker sauer.
Die Fermentation ist keine rein geschmackliche Veränderung. Sie verändert auch die Zusammensetzung des Lebensmittels. Fachliteratur zu fermentierten Milchprodukten beschreibt Joghurt deshalb als Produkt, das durch Mikroorganismen, deren Stoffwechselprodukte und die Milchmatrix gemeinsam geprägt wird.
Was machen Joghurtkulturen in tierischer Milch und in pflanzlichen Alternativen?
In tierischer Milch nutzen Joghurtkulturen vor allem Laktose. In pflanzlichen Alternativen gibt es keine Laktose; dort müssen andere Kohlenhydrate und eine geeignete Eiweißstruktur die Fermentation und Texturbildung ermöglichen.
Deshalb funktionieren vegane Joghurtkulturen nicht einfach identisch wie klassische Milchkulturen. Sie brauchen eine passende Pflanzenbasis, häufig ausreichend Protein und manchmal zusätzliche Verdickung. Sojadrinks eignen sich meist besser als sehr dünne Mandel-, Reis- oder Kokosdrinks, weil sie von Natur aus mehr Eiweiß enthalten.
Was vegane Joghurtkulturen sind, lässt sich kurz so erklären: Es sind Starter, die für pflanzliche Substrate gedacht sind. Die klassischen Kefiralia-Joghurtkulturen setzen dagegen auf Milch tierischen Ursprungs, insbesondere pasteurisierte oder H-Milch.
Welche Joghurtkulturen gibt es?
Es gibt thermophile, mesophile, weiterführbare, griechisch inspirierte und vegane Joghurtkulturen. Der wichtigste Unterschied liegt in Temperaturführung, Aroma, Textur und Alltagstauglichkeit.
| Art der Joghurtkultur | Temperaturführung | Typisches Ergebnis | Sinnvoll, wenn Sie… |
|---|---|---|---|
| Thermophile Joghurtkulturen | Warm, meist im Bereich von 40–45 °C | Klassischer, eher fester Joghurt mit frischer Säure | einen Joghurtbereiter, Ofenmodus oder eine stabile Wärmequelle nutzen möchten |
| Mesophile Joghurtkulturen | Warme Raumtemperatur, bei Kefiralia 25–30 °C | Traditionelle Sauermilchprodukte, je nach Kultur mild, säuerlich oder leicht viskos | ohne klassischen Joghurtbereiter fermentieren möchten |
| Joghurt nach griechischer Art | Fermentation, danach Abtropfen von Molke | Dichte, cremige Textur | besonders cremigen Joghurt bevorzugen |
| Weiterführbare Starterkulturen | Nach Aktivierung mit fertigem Joghurt fortsetzbar | Wiederholbare Herstellung mit einem Teil der letzten Charge | regelmäßig selbst Joghurt herstellen möchten |
| Vegane Joghurtkulturen | Je nach Produkt und Pflanzendrink unterschiedlich | Besonders abhängig von Protein und Rezeptur der Pflanzenbasis | Joghurt ohne Milch herstellen möchten |
Die Auswahl hängt deshalb nicht nur vom Namen der Kultur ab. Entscheidend ist, wie Sie fermentieren möchten, welche Milch oder Alternative Sie verwenden und welche Textur Sie erwarten.
Welche Bakterien kommen in Joghurtkulturen vor?
Joghurtkulturen enthalten Milchsäurebakterien; manche Produkte kombinieren sie zusätzlich mit weiteren Bakterien, die in fermentierten Milchprodukten technologisch genutzt werden. Die konkrete Zusammensetzung hängt vom Hersteller und vom Kulturtyp ab.
Die Literatur beschreibt Joghurt- und Sauermilchkulturen als Kombinationen verschiedener Milchsäure- und Bifidobakterien. Die folgende Liste nennt repräsentative Beispiele aus diesem allgemeinen wissenschaftlichen Kontext, nicht die Zusammensetzung eines bestimmten Kefiralia-Produkts:
- Streptococcus thermophilus
- Lactobacillus delbrueckii subsp. bulgaricus
- Lactobacillus acidophilus
- Bifidobacterium lactis
- Lactobacillus casei
Diese Namen sind vor allem beim Vergleichen von Etiketten hilfreich. Für die praktische Herstellung sind Temperatur, Aktivität der Kultur, Milchqualität und Fermentationszeit meist wichtiger als ein einzelner Bakterienname.
Was bedeutet linksdrehende und rechtsdrehende Milchsäure?

Linksdrehende und rechtsdrehende Milchsäure sind zwei räumliche Formen desselben Moleküls. Die Begriffe beziehen sich nicht auf die Bakterien selbst, sondern auf die optische Eigenschaft der gebildeten Milchsäure.
In der Praxis finden Sie dafür oft die Bezeichnungen L(+)-Milchsäure und D(-)-Milchsäure. Verschiedene Kulturen bilden unterschiedliche Anteile dieser Formen. Das kann Geschmack und Säuerung beeinflussen, ist für gesunde Erwachsene aber meist kein sinnvoller Hauptfaktor bei der Auswahl.
Was heißt probiotisch bei Joghurtkulturen?
Probiotisch bedeutet nicht einfach, dass ein Lebensmittel Bakterien enthält. Gemeint sind lebende Mikroorganismen, deren Nutzen für konkrete Stämme, Mengen und Anwendungsbedingungen wissenschaftlich belegt sein muss.
Deshalb ist nicht jeder Naturjoghurt automatisch ein probiotischer Joghurt im strengen Sinn. Ein Produkt kann lebende Kulturen enthalten, ohne dass für genau diese Kulturen eine bestimmte Wirkung nachgewiesen oder rechtlich ausgelobt werden darf.
Die Forschung zu fermentierten Lebensmitteln beschreibt mögliche ernährungsphysiologische Chancen, betont aber auch, dass Wirkungen produkt-, kultur- und kontextabhängig sind. Seriös ist daher eine nüchterne Einordnung: Selbstgemachter Joghurt kann ein frisches, lebendig fermentiertes Lebensmittel sein. Pauschale Versprechen wie heilen, entgiften oder den Darm reparieren gehören nicht zu einer sachlichen Erklärung von Joghurtkulturen.
Welche Vorteile hat selbstgemachter Joghurt?
Selbstgemachter Joghurt gibt Ihnen Kontrolle über Zutaten, Fermentationsdauer, Säuregrad und Textur. Sie entscheiden, welche Milch Sie verwenden, wie mild oder kräftig der Joghurt werden soll und ob Sie ihn naturbelassen, abgetropft oder später mit Zutaten genießen.
- Sie bestimmen selbst, welche Milch oder geeignete Alternative verwendet wird.
- Sie steuern Fermentationsdauer, Säuregrad und Textur nach Ihrem Geschmack.
- Sie können den Joghurt naturbelassen, abgetropft oder erst nach der Fermentation mit Zutaten genießen.
- Sie vermeiden zugesetzten Zucker, Aromen, Stärke, Gelatine oder andere Texturhilfen in der Grundform.
Ein weiterer Vorteil ist die Wiederverwendbarkeit. Joghurtkulturen selber machen bedeutet nicht, Mikroorganismen aus dem Nichts zu erzeugen. Es bedeutet, eine aktive Kultur zu pflegen und einen Teil des fertigen, ungesüßten Joghurts als Starter für die nächste Charge zu reservieren.
Außerdem vermeiden Sie viele Entscheidungen, die bei fertigen Joghurts bereits getroffen wurden: zugesetzter Zucker, Aromen, Stärke, Gelatine oder andere Texturhilfen. Bei selbstgemachtem Joghurt besteht die Grundform aus Milch und Kultur. Alles Weitere kommt erst nach der Fermentation hinzu.
Wie unterscheiden sich Joghurtmischerzeugnisse von Naturjoghurt?
Joghurtmischerzeugnisse sind Joghurts, die nach oder während der Verarbeitung mit weiteren Zutaten kombiniert werden. Dazu gehören Fruchtjoghurt, Trinkjoghurt, Joghurt mit Müsli, Desserts auf Joghurtbasis oder herzhafte Joghurtsoßen.
Für die Arbeit mit Joghurtkulturen ist wichtig: Die Kultur sollte zuerst in einer sauberen Milchbasis arbeiten. Obst, Zucker, Honig, Nüsse, Kakao oder Gewürze geben Sie bei selbstgemachtem Joghurt am besten erst nach der Fermentation dazu.
Welche verwandten Produkte gibt es?
Verwandte Produkte sind andere Fermente, bei denen Mikroorganismen Lebensmittel gezielt verändern. Naheliegend sind Kefir, Wasserkefir, Kombucha und traditionelle Sauermilchprodukte.
Kefir unterscheidet sich von Joghurt dadurch, dass er nicht nur mit Milchsäurebakterien arbeitet, sondern mit einer komplexen Gemeinschaft aus Bakterien und Hefen. Dadurch entstehen ein anderes Aroma, eine eigene Fermentationsdynamik und häufig eine leichte Spritzigkeit. Die Mikrobiologie von Kefir wird in der Fachliteratur als besonders vielfältig beschrieben.
Kombucha basiert nicht auf Milch, sondern auf gezuckertem Tee und einem lebenden Kulturverbund. Wasserkefir fermentiert gezuckertes Wasser mit weiteren Zutaten wie Trockenfrüchten und Zitrone. Gemeinsam ist diesen Kulturen die kontrollierte Fermentation zu Hause.
Welche ähnlichen Sauermilchprodukte sollte man kennen?
Ähnliche Sauermilchprodukte sind Dickmilch, Filmjölk, Matsoni, Viili, Buttermilch, Ayran, Skyr und abgetropfter Joghurt nach griechischer Art. Sie unterscheiden sich durch Kultur, Temperatur, Textur, Säure und Verarbeitung.
- Filmjölk ist ein nordisches Sauermilchprodukt mit eher milder Säure.
- Matsoni ist traditionell im Kaukasus verbreitet und schmeckt meist kräftiger.
- Viili ist bekannt für eine besondere, teilweise leicht ziehende Textur.
- Skyr wird häufig neben Joghurt eingeordnet, ist technologisch aber eher ein frisches, proteinreiches Milchprodukt mit Abtrennung von Molke.
- Ayran ist ein verdünntes, gesalzenes Joghurtgetränk.
Gemeinsam ist allen: Die Kultur bestimmt nicht nur die Säure, sondern auch das Mundgefühl.
Worauf sollte man achten, wenn man Joghurtkulturen kaufen möchte?
Beim Kauf von Joghurtkulturen sollten Temperaturführung, Weiterführbarkeit, Anleitung und Frische wichtiger sein als reine Werbeaussagen. Eine Kultur muss zu Ihrer Küche passen, sonst wird die Fermentation unnötig schwierig.
- Für thermophile Kulturen brauchen Sie eine zuverlässige Wärmequelle.
- Für mesophile Kulturen genügt ein warmer Raum, solange die Temperatur nicht dauerhaft zu niedrig ist.
- Prüfen Sie, ob die Kultur weitergeführt werden kann oder nur für einzelne Ansätze gedacht ist.
- Achten Sie auf klare Anleitung, passende Temperaturangaben, nachvollziehbare Lagerung und keine überzogenen Gesundheitsversprechen.
Drogerien wie dm oder ROSSMANN, Supermärkte wie REWE, Apotheken und Online-Shops führen sehr unterschiedliche Starter. Auch Markennamen wie LaVita oder Hinweise auf Bio-Joghurtkulturen sollten Sie nach denselben Kriterien bewerten: klare Anleitung, passende Temperaturangaben, nachvollziehbare Lagerung und keine überzogenen Gesundheitsversprechen.
Ein Joghurtkulturen Testsieger ist nur dann hilfreich, wenn die Testkriterien zu Ihrem Ziel passen. Ein sehr milder Joghurt, ein besonders fester Joghurt und ein Joghurt ohne Joghurtbereiter verlangen nicht dieselbe Kultur.
Welche Joghurtkulturen bietet Kefiralia an?
Kefiralia bietet traditionelle Joghurtkulturen für die Herstellung zu Hause an, sowohl thermophile als auch mesophile Varianten. Der Schwerpunkt liegt auf Kulturen, die nach der Aktivierung weitergeführt werden können.
Zu den thermophilen Kulturen gehören Varianten für bulgarischen Joghurt und Joghurt nach griechischer Art. Sie arbeiten bei etwa 43 °C und benötigen eine gleichmäßige Wärmequelle. Der griechische Stil entsteht nicht nur durch die Kultur, sondern vor allem durch das anschließende Abtropfen der Molke, wodurch die Textur dichter und cremiger wird.
Zu den mesophilen Kulturen gehören Filmjölk, Matsoni und Viili. Sie fermentieren bei etwa 25–30 °C und kommen ohne klassischen Joghurtbereiter aus. Für den Kulturstamm sollte immer ein naturbelassener Anteil ohne Zucker, Früchte oder Zusätze zurückbehalten werden.
Entscheidend für den Alltag bleibt aber die praktische Anwendung: saubere Utensilien, passende Milch, stabile Temperatur und ein naturbelassener Starter für die nächste Charge.
Welche Literatur hilft beim Vertiefen?
Für den Einstieg sind gute Herstelleranleitungen am wichtigsten, weil Temperatur, Milchmenge, Reifezeit und Pflege je nach Kultur konkret beschrieben werden müssen. Für wissenschaftliche Hintergründe helfen Übersichtsarbeiten zu fermentierten Milchprodukten und fermentierten Lebensmitteln.
Besonders sinnvoll sind Quellen, die zwischen Lebensmitteltechnologie, Mikroorganismen und möglichen ernährungsphysiologischen Effekten unterscheiden. Fermentierte Lebensmittel können lebende Mikroorganismen und Fermentationsprodukte enthalten, aber ihre Wirkung hängt vom Produkt, der Kultur, der Verarbeitung und dem Kontext ab.
Genau deshalb ist bei Joghurtkulturen eine praktische und nüchterne Betrachtung besser als ein pauschales Gesundheitsversprechen. Eine Kultur soll zuverlässig fermentieren, gut erklärbar sein und zu Ihrer Küchenroutine passen.
Welche Weblinks sind sinnvoll?
Sinnvoll sind vor allem drei Quellentypen: konkrete Herstelleranleitungen, neutrale Informationen über Lebensmittelrecht und Fermentation sowie wissenschaftliche Datenbanken, wenn Sie Studien selbst prüfen möchten. In diesem Artikel werden keine externen Links gesetzt.
Beim Lesen im Internet lohnt sich eine klare Trennung. Eine Rezeptseite kann praktisch sein, ersetzt aber keine Produkthinweise. Ein Shoptext kann hilfreich sein, sollte aber keine medizinischen Versprechen machen. Eine Studie kann interessant sein, gilt jedoch nie automatisch für jede Joghurtkultur, jede Milch und jede Person.
Für die konkrete Herstellung sollten immer die Hinweise der jeweiligen Kultur gelten. Kleine Unterschiede bei Temperatur, Aktivierung und Weiterführung können darüber entscheiden, ob der Joghurt mild, fest, sauer oder zu dünn wird.
Welche Einzelnachweise stützen die Aussagen?
Die wissenschaftliche Einordnung stützt sich auf Übersichtsarbeiten und Fachliteratur zu fermentierten Milchprodukten, fermentierten Lebensmitteln, Kefir als verwandtem Ferment und der vorsichtigen Bewertung gesundheitlicher Aussagen.
- Ağagündüz et al., 2025: umfassende Übersicht zu fermentierten Milchprodukten als Quelle von Mikroorganismen und Fermentationsmetaboliten.
- Künili et al., 2025: systematische narrative Übersicht zu bioaktiven Verbindungen in fermentierten Lebensmitteln.
- Prado et al., 2015: Übersicht zu Milch-Kefir, mikrobiellen Kulturen und verwandten Produkten.
- Todorovic et al., 2024: Einordnung von Nutzen und Risiken fermentierter Lebensmittel im Rahmen der PIMENTO-Initiative.
Diese Quellen helfen, Joghurtkulturen nicht nur als Küchenzutat, sondern als lebende Fermentationsstarter zu verstehen. Für die Anwendung zu Hause bleiben zusätzlich die konkreten Anleitungen der jeweiligen Kultur maßgeblich.
Häufige Fragen
Die häufigsten Fragen betreffen die passende Kultur für selbstgemachten Joghurt, lebende Kulturen im fertigen Produkt und die praktische Herstellung zu Hause. Die folgenden Antworten fassen die wichtigsten Punkte kurz zusammen.
Welche Joghurtkulturen für selbstgemachten Joghurt?
Für selbstgemachten Joghurt wählen Sie die Kultur nach Ihrer Temperaturmöglichkeit und gewünschter Textur. Mit Joghurtbereiter oder stabiler Wärmequelle sind thermophile Kulturen für klassischen, festen Joghurt sinnvoll. Ohne Gerät passen mesophile Kulturen wie Filmjölk, Matsoni oder Viili besser. Für besonders cremigen Joghurt eignet sich eine griechisch inspirierte Variante, bei der der fertige Joghurt anschließend abtropft.
Hat jeder Joghurt Joghurtkulturen?
Jeder echte Joghurt wurde mit Joghurtkulturen hergestellt, sonst wäre er kein fermentierter Joghurt. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass beim Verzehr noch viele lebende Kulturen aktiv sind. Manche Produkte werden nach der Fermentation erhitzt oder stark verarbeitet. Für die Weiterverwendung als Starter eignet sich ein frischer, naturbelassener Joghurt ohne Zucker, Früchte und Zusätze am besten.
Wie erkenne ich Joghurt mit lebenden Kulturen?
Achten Sie auf Hinweise wie mit lebenden Kulturen, nicht wärmebehandelt oder konkrete Angaben zur Fermentation. Produkte, die nach der Fermentation erhitzt wurden, sind für lebende Kulturen weniger geeignet. Naturjoghurt ist meist besser als Dessertjoghurt mit vielen Zusätzen. Für die eigene Herstellung zählt zusätzlich Frische: Je aktiver der Starter, desto zuverlässiger gelingt die nächste Fermentation.
Wie kann ich Joghurt mit Joghurtkulturen selbst machen?
Sie vermischen Milch mit einer passenden Starterkultur und lassen sie bei der vorgesehenen Temperatur fermentieren, bis die Milch eindickt. Thermophile Kulturen brauchen gleichmäßige Wärme, mesophile Kulturen einen warmen Raum. Nach dem Eindicken wird der Joghurt gekühlt. Bevor Sie Früchte, Zucker oder Gewürze hinzufügen, nehmen Sie einen sauberen naturbelassenen Teil als Starter für die nächste Charge ab.
